Heimspiele können in Fehrbellin auch spannend sein

7./8.Spieltag Bundesliga

SV 90 Fehrbellin – KC Einheit Schwerin 3:0 (5301:5219 Holz, 47:31 EWP)

Ein ungewollt spannendes Heimspiel bekamen die Zuschauer in der Fehrbelliner Kegelhalle am Samstag gegen Aufsteiger KC Einheit Schwerin zu sehen. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände und eine gute Gästeleistung ging es bis zum letzten Wurf extrem knapp um den Zusatzpunkt zu.

Zu Beginn war noch alles im grünen Bereich. Dirk Sperling brachte in gewohnter Konstanz 912 Holz an die Anzeigetafel. Alexander Wolski begann solide, hatte aber bereits nach 5 Wurf leichte muskuläre Probleme im linken Oberschenkel. Nach 45 Wurf entschied man sich, auf Nummer „sicher“ zu gehen und wechselte Daniel Neumann ein. Doch dieser kam überhaupt nicht in Tritt, sodass er sich mit mageren 869 Holz zufrieden geben musste. Matthias Bernotat konnte mit 879 Holz bereits Kapital aus der 90er Schwächephase schlagen.

Doch damit nicht genug. Im mittleren Drittel erwischte Nico Witter einen schlechten Start. Er konnte sich zum Glück noch ins Spiel reinfuchsen, bei 877 Holz war jedoch für ihn das Ende der Fanenstange erreicht. Zu wenig für Bernotat und den gut gegenhaltenden Reinhard Dallmann (882 Holz). Auch Dietmar Stoof hat schon bessere Tage in Fehrbellin erlebt. Seine 895 Holz waren dennoch solide.

Was sich dann im Schlussdurchgang zu trug, glich einem Hitchcock-Thriller. Benjamin Münchow kam überhaupt nicht zurecht. Er konnte sich auf keiner einzigen Gasse Luft verschaffen. Sein Gegner Holger Trojahn machte es deutlich besser und blieb beim gut beginnenden Sebastian Krause auf Tuchfühlung. Das Glück der Rhinstädter war, dass Gästespieler Michael Heerkloß sich auf Bahn 4 und 1 zu sehr aufrieb und den Blick für den Gegenspieler erst auf seiner letzten Bahn aufnahm. Es kristallisierte sich ein Duell auf Augenhöhe um den Zusatzpunkt zwischen Münchow und Heerkloß heraus.

Krause schien hingegen nach drei Bahnen alles im Griff zu haben. Doch auch hier wurde es noch einmal spannend. Während sich Trojahn Holz für Holz herankämpfte, musste Krause etliche Sechser kassieren. Mit 889:887 Holz konnte er ein hauchdünnes Polster ins Ziel retten. Auf der anderen Seite beendete Münchow sein Spiel mit 859 Holz, während Heerkloß vor dem letzten Wurf bei 850 stand. Mit einer Neun wär der Punkt weg gewesen. Der Einschlag war gut, acht Kegel fielen, doch der neunte wackelte nur. Geschafft! Fehrbellin rutscht haarscharf am ersten Punktverlust seit 31 Heimspielen vorbei.

SV 90 Fehrbellin – SVL Seedorf 3:0 (5339:5196 Holz, 53:25 EWP)

Am Sonntag wollte man die Punkte am liebsten wieder etwas entspannter einfahren. Doch man musste gewarnt sein. Seedorf holte einen Punkt in Ilsenburg und wollte auch in Fehrbellin nichts kampflos abgeben.

Auf Grund der Vorkommnisse wurde der Sechser etwas umgebaut. Neben Dirk Sperling startete Daniel Neumann. Und das war eine gute Entscheidung. Beide spielten sauber durch und kamen auf 900 und 893 Holz. Dem setzten Ex-90er Mathias Metzdorf und Norbert Witzel 875 und 871 Holz entgegen. Der gewohnte Verlauf schien sich abzuzeichnen.

Dass es doch noch etwas Spannung gab, lag im Mittelblock an Nico Witter. Er legte lediglich 862 Kegel auf die Seite, was ihn auf den zwischenzeitlich letzten Platz warf. Max Jannasch (874) und Hans Fulczynski (873) reihten sich ins bis dahin geschlossene Mannschaftsbild der Gäste ein. Dietmar Stoof brachte mit dem Tageshöchstholz von 916 Holz die Spielpunkte unter Dach und Fach.

Alexander Wolski, dessen Muskelprobleme sich doch als weniger schwerwiegend herausstellten, und Sebastian Krause wollten nun auch den Zusatzpunkt in trockene Tücher bringen. Dies gelang auch mit soliden Ergebnissen von 887 und 881 Holz relativ souverän. Die richtige Derby-Stimmung wollte im letzten Durchgang jedoch nicht mehr aufkommen. Zu schnell war klar, dass die Gästespieler Frank Wilke (853) und Marcus Derlig (850) nicht in den Punktekampf eingreifen können.

In den anderen Hallen gab es keine großen Überraschungen. Kiel und Hannover behielten zu Hause die weiße Weste. Union Oberschöneweide kommt mit leeren Händen aus Schleswig-Holstein zurück, was dem SV 90 die Tabellenführung einbringt. In zwei Wochen stehen bereits die nächsten Heimaufgaben auf dem Programm. Gegen Hertha BSC Berlin und Medaillen-Konkurrent Oberschöneweide wird es sicher wieder auf jeden Einzelnen ankommen. Beide haben in dieser Saison eine gute Auswärtsform und werden auf den Zusatzpunkt lauern.

Peter Wolski