Zurück zur Souveränität

9./10.Spieltag Bundesliga

Die Zuschauer in der Fehrbelliner Kegelhalle erlebten am letzten Spielwochenende der 1. Bundesliga wieder zwei gewohnt souveräne Auftritte ihrer Truppe. Nach dem man Kiel und Oldenburg in den ersten beiden Heimspielen keine Chance ließ, wackelte man vor zwei Wochen gerade gegen Schwerin gewaltig. Nun scheinen die Männer um Kapitän Dirk Sperling die Sicherheit zurück gewonnen zu haben.

SV 90 Fehrbellin – Hertha BSC Berlin 3:0 (5356:5228 Holz, 51:27 EWP)

Gegen die auswärtsstarke Hertha war man gewarnt. Zwei Punkte aus vier Auswärtsspielen standen für die Berliner bereits zu Buche.

So wollten die 90er mit guten Ergebnissen im Startblock die Weichen stellen. Alexander Wolski und Dirk Sperling ließen sich auch durch das bockstarke Ergebnis des Berliner Nationalspielers Timo Koch (901 Holz) nicht aus der Ruhe bringen. Wolski konnte mit 889 Holz ein gutes Resultat für die Einzelwertung erspielen und Sperling legte mit 912 Holz den Grundstein für den nächsten Heimsieg und heimste ganz nebenbei die 12 Punkte für den Tagesbestwert ein. Patrick Schneider (864) konnte da nicht mithalten.

Der bislang überragende 90er Heimspieler, Dietmar Stoof, konnte hingegen in der Mittelachse die Trainingsergebnisse nicht bestätigen. Seine 893 Holz konnten sich trotzdem sehen lassen. Nico Witter machte mit 877 Holz die Tür für einen Auswärtspunkt wieder etwas auf. Glücklicherweise konnten Gerhard Omak (867) und Stephan Lazarus/ Oliver Hammer (847) daraus kein Kapital schlagen.

Trotz des Topergebnisses von Koch konnten Benjamin Münchow und Sebastian Krause also recht gelassen auf die Bahn gehen. Und das half vor allem Krause, der nach gewohnt gutem Start diesmal auch die Bahnen 1 und 2 im Griff hatte. Dass er sich mit 903 Holz und 11 EWP sogar noch vor den Berliner Topspieler schob, überraschte sogar ihn selbst. Und auch Benjamin Münchow zeigte sich mit 882 Holz deutlich erholt im Vergleich zum Schwerin-Spiel. Obwohl Marc Süßmilch für die Berliner noch gute 885 in die Wertung brachte, war man weit vom Zusatzpunkt entfernt. Die 864 Holz von Norbert Gattner hatten nur noch statistischen Wert.

SV 90 Fehrbellin – SG Union Oberschöneweide 3:0 (5384:5229 Holz, 54:24 EWP)

Mit Union Oberschöneweide stand am Sonntag ein Mitbewerber um das begehrte Edelmetall auf der Fehrbelliner Kegelbahn. Angesichts einer 7-Holz-Niederlage am Vortag in Ilsenburg hatten die Ostberliner wohl Wut im Bauch. Auch wenn man im Vorfeld des Spiels „Understatement“ betrieb, rechnete man sich sicher doch eine kleine Chance auf den wichtigen Zusatzpunkt im direkten Vergleich aus.

Doch die 90er hatten etwas dagegen. Alexander Wolski und Dirk Sperling machten beide ein gutes Spiel. Während Sperling mit 915 Holz wieder auf 12-Punkte-Kurs lag, konnte niemand in der Halle verstehen, dass bei Wolski am Ende lediglich 881 Holz an der Anzeige standen. Auf Berliner Seite nutzten Routinier André Franke und der junge Felix Rosenow die Gunst der Stunde, sich mit guten Ergebnissen von 885 und 892 Holz vor den Lokalmatadoren zu schieben.

Dietmar Stoof und Ex-Unioner Daniel Neumann in der 90er Mittelachse ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und brachten 900 und 888 Holz aufs Parkett. Mike Cassube und Andreas Hampe konnten anfangs noch mithalten. Ab der dritten Bahn verloren aber beide den Faden und kamen letztendlich nicht über 853 bzw. 863 Holz hinaus.

In der Schlussachse mussten sich nun Benjamin Münchow und Sebastian Krause den Angriffen von Nationalspieler André Krause und Frank Lüer erwehren. Während Sebastian Krause (903) bereits auf seinen guten hinteren Bahnen für klare Verhältnisse sorgte, sammelte Münchow (897) Bahn für Bahn seine Hölzer. Am Ende konnten beide die ansteigende Heim-Formkurve bestätigen. André Krause (878) und Frank Lüer (858) konnten dem nicht mehr viel entgegen setzen.

Eine beispiellose Heimserie von mittlerweile 35 Spielen ohne Punktverlust setzt sich also fort. Damit ist klar, dass der SV 90 als Ligaprimus ins Jahr 2018 rutscht. Doch die Luft wird dünner. Kiel konnte in Stade und Hannover vier Punkte ergattern und somit in Relation zu Fehrbellin einen gutmachen. Zwar hat man sechs Punkte Vorsprung auf die an Rang zwei liegenden Kieler Titelverteidiger. Doch trügt der Schein, da Kiel im Vergleich zu den Rhinstädtern bereits zwei Mal mehr auf fremdem Terrain unterwegs war. In sechs Wochen reist Fehrbellin nach Berlin, während Kiel nach Heimspielen nachziehen wird. Dann wird man an der bereinigten Tabelle sehen, Ob die 90er weiter im Vorteil sind.

„Wir sind froh über den bisherigen Saisonverlauf. Doch zu Weihnachten standen wir schon öfter ganz oben. Das hat noch nicht viel zu heißen.“, weiß 90er Sebastian Krause. „Wir denken weiter von Spiel zu Spiel. Im neuen Jahr wollen wir bei Union etwas holen, alles andere interessiert uns erst mal nicht. Das rechnen überlassen wir anderen.“

Sektionsleiter Peter Wolski zeigt sich sehr zufrieden mit dem aktuellen Saisonverlauf: „Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass es so weiter geht. Wir müssen aber weiter so konstant spielen.“ Vom Meistertitel will Wolski hingegen nichts wissen: „Dazu sind noch zu wenig Spiele gespielt. Über die Platzierung kann man vielleicht vier Spieltage vor Schluss reden. In den Köpfen der Spieler darf das jetzt keine Rolle spielen. Für uns ist wichtig, weiter auswärts Punkte zu sammeln. Am Ende werden wir sehen, wozu es reicht.“

Peter Wolski