SSV Grün Weiss Plessa vs. SG Zechin – Stammspielerersatz war zu große Hürde

Verbandsliga (Männer) - 5.Spieltag

Der fünfte Spieltag in Brandenburgs höchster Classic-Kegelliga stand für die SG Zechin bereits im Vorfeld unter keinem guten Stern. Mit drei Ersatzkräften versuchten die Oderbrucher den mehrfachen Stammspielerausfall zu kompensieren und beim Aufsteiger SSV Grün Weiss Plessa möglichst überzeugend aufzutreten sowie im besten Fall, die wichtigen Punkte zu entführen. Anfangs erlebten die Greens ein Déjà-vu, da man erneut einen hohen Rückstand aus dem ersten Durchgang kassierte. Im Mitteldurchgang gelang zwar die Rehabilitation, aber am Ende fehlte dann das konstante Ergebnis eines weiteren ursprünglichen SG-Akteurs. Folgerichtig gewannen die Hausherren aus dem Elbe-ElsterKreis mit 5:3 Mannschaftspunkten (MP) bei einem Stand von 3172:3103 Holz.

Allen voran sorgte zum wiederholten Mal eine herausragende Einzelleistung eines Gegenspielers für den Unterschied. Im Startdurchgang stellte Lokalmatador und Leistungsgarant Uwe Gärtner mit sensationellen 583 Holz einen neuen Bahnrekord der Altersklasse Senioren A in Plessa auf.  Scheinbar ohne Mühe und mit außerordentlichen 223 Abräumern hielt er Zechins Andy Seidemann (517) nach Belieben im Griff. Auch im zweiten Startduell mussten die Oderbrucher eine weitere Niederlage quittieren, da Daniel Schneider (502) ebenso klar das Nachsehen gegen Jens Horn (538) hatte. Besonders Horns erster und dritter Satz (144, 152) machten einen Punktgewinn aussichtslos. Somit führten die Gastgeber mit 2:0 MP bei einer Holzführung von 102 Kegel, was stark an den Spielverlauf aus der vergangenen Partie gegen Senftenberg erinnerte. 

Dass die Zechiner sich nicht aufgaben, bewies der Mitteldurchgang. Hier wollten die Gäste unbedingt zurückschlagen, was auch eindrucksvoll gelang! Für Aufsehen sorgte der Auftritt von Ersatzspieler Sebastian Bonin, der mit 542 Holz eine sehr gute Leistung abrief. Sichtlich geschockt und überrascht, agierte sein Kontrahent Maik Buchhold (507), der speziell in den ersten drei Sätzen nicht mit Bonin mithielt. Folgerichtig war das Duell bereits nach drei Bahnen zugunsten der Greens entschieden. Die Euphorie ließ auch im weiteren Match dieses Durchgangs nicht nach, da Marco Specht mit 543 Kegel ein weiteres Ausrufezeichen gelang. Er gewann sein Duell gegen Marko Rozek (491) mit 3,5:0,5 Satzpunkten deutlich und schnappte sich verdient den zweiten Zähler. Damit glich die SG Zechin mit 2:2 MP aus und der Rückstand betrug nur noch knappe 15 Holz.

Konnte der letzte Durchgang doch noch die Wende bringen? Zunächst war der Pflichtsieg von Karsten Glatzer (538) gegen Frank Richter (522) nötig, um den eingeplanten Punkt zu sichern. Bei 2:2 Satzgleichheit, aber dank des höheren Endergebnisses, erfüllte Vizekapitän Glatzer seine Aufgabe, so dass die Oderbrucher mit 3:2 MP erstmals führten. Jetzt kam es aber darauf an, wie sich die Ersatzkombination aus Günter Wolter / Michael Spiegler zur Wehr setzte. Mit hohem Druck auferlegt, taten sich beide mit der Anlage schwer und ließen mit insgesamt erreichten 461 Holz zu viele Zähler liegen. Dies nutzte der 18-jährige Jan Opitz (531) souverän aus und führte sein Team zum dritten Heimsieg infolge. Schlussendlich konnte der dezimierte Stammkader nicht vollends kompensiert werden, so dass die machbaren Auswärtspunkte verschenkt wurden. Dabei trifft den Ersatzspielern keine Schuld, da sie wirklich ihr Bestes gaben und dafür sorgten, dass die Greens überhaupt spielfähig waren. In der kommenden Woche führt es die SG Zechin erneut in die Ferne. Diesmal zum SV Arnsdorf, bei den man unbedingt überzeugen muss.  

Karsten Glatzer