Deutsche Meisterschaften - Spint/Tandem Mixed

Brandenburger Kegler kommen mit Top Resultaten zurück aus Lorsch

Was Aileen von Reppert am Samstag mit starker Leistung knapp verfehlt, gelingt unserem Tandem Mixed Duo am Sonntag. Bronze für den SKVB.

Am Samstag fanden im hessischen Lorsch an der Bergstraße die Deutschen Meisterschaften im Einzel und Tandem statt. In diesen Sprintwettkämpfen schickte der SKVB die Kreiseinzelmeister des KFV OSL Monique Lanzke und Alexander Schuppan (beide SV Senftenberg) sowie die nachgerückte Kreiseinzelmeisterin des KSKV Elbe-Elster Aileen von Reppert (ESV Lok Elsterwerda) ins Rennen.

Anreise am Freitag 600km und eine Augenweide war die technisch und optisch einwandfreie Anlage des SKV Lorsch. 8 Bahnen im besten Zustand bildeten einen würdigen Rahmen für am Ende fast 12h Kegelsport am Einzelsamstag.

In der Qualifikation ging es darum, sich eine gute Ausgangsposition für die Finaldurchgänge zu verschaffen und einem dicken Brocken möglichst zeitig aus dem Weg zu gehen.

Den Start machte Alex, der auf der 1. Bahn sehr nervös in den Abräumern agierte und nur 75 Kegel ins Bild brachte.
Auf Bahn 2 spielte er dann deutlich verbesserte 116 Kegel, die ihn ins gesicherte Mittelfeld auf Platz 16 bugsierten.

Monique spielte 2 sehr gute, konstante Runden über 90 Kegel und war starke 9. Aileen spielten beide Bahnen noch nicht in voller Überzeugung auf den Außenbahnen und wusste, dass Sie sich steigern muss, um nicht schon gleich wieder nach Hause zu müssen.

Die KO Runden begannen. Alex machte den Start und wurde durch zu wenige Volle auf der 1. Bahn knapp geschlagen. Der letzte Wurf brachte den Sieg für den Gegner.

Bahn 2 verlief ähnlich. Zu wenig Volle am Ende harter Kampf und wieder fehlte 1 Holz im letzten Wurf. 2:0 und das aus in Runde 1. Sehr ernüchternd.

Monique im Frauenwettkampf war als erste dran. Gewann die 1. Bahn sehr souverän und konnte auf der 2. Bahn auch schnell in Führung gehen. Die ersten Fehler kamen kurz vor Schluss und die Gegnerin war zu stelle. Sie schaffte den Anschluss, gewann die Führung und rettete diese ins Ziel.

1:1 --> Sudden Victory
18 Holz aus 3 Würfen erspielte die Gegnerin, die immer vorlegen musste.
Monique konterte jeden Wurf und gewann mit starken 20 Holz. Achtelfinale!

Aileen ging gegen eine starke Vorrundenspielerin auf die Bahn und war gleich hellwach. Auf den Mittelbahnen kam sie deutlich besser zurecht und gewann schnell die erste Bahn. Die Souveränität kam zum Vorschein, denn sie ließ auch auf der darauffolgenden Bahn ihrer Kontrahentin nicht den Hauch einer Chance. Schnell war das Achtelfinale erreicht. 2 Spielerinnen hatten wir nun unter die letzten 16. gebracht. Das war sicherlich das Minimalziel der beiden.

Die Auslosung brachte nun 2 starke Gegnerinnen. Monique musste gegen die Titelverteidigerin Pia Wehling antreten.
Bahn 1 war einfach eine ganz, ganz starke Vorstellung. Sie gewann und führte 1:0. die 2. Bahn war am Ende unglücklich verloren gegangen, nachdem sich die Gegnerin auf ihre Stärken besinnen konnte. Auch hier musste wieder der in diesem Modus so unbarmherzige Sudden Victory entscheiden. 3 würfe und entweder großer Jubel oder unendliche Enttäuschung. Monique spielte 17 Kegel und wurde leider von ihrer Gegnerin besiegt die 2 Kegel mehr zu Fall brachte. Erhobenen Hauptes aber enttäuscht schied sie aus im Achtelfinale.

Nun war Aileen die letzte Hoffnung im Rennen. Sie musste gegen die Spielerin aus Wolfsburg Svenja Schade bestehen.
Aileen hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit der Bahn definitiv angefreundet und konnte ihre starken Würfe in die Gasse wieder anbringen. Sicheres Abräumen der einzelnen Kegel und saubere Anspiele brachten ihr nicht nur die 1:0 Führung auf der Anfangsbahn. Nein. Sie zog diesen Stiefel auch weiterhin durch. Zeigte starke Volle und hielt ihre Gegnerin immer auf Distanz. Der Sieg war ihr nicht zu nehmen. 2:0 bedeuteten der Einzug in das Viertelfinale und die Chance auf ein Spiel um Medaillen.

Der Nachmittag war mittlerweile fast vorbei, als das Spiel gegen die Nationalspielerin und Teilnehmerin bei der diesjährigen WM in Dettenheim Melina Zimmermann begann.

Aileen wusste worum es geht. Hatte nix zu verlieren und setzte wieder konstante 91 Kegel auf die Bahn. Völlig ok, aber gegen Melina war auf dieser Bahn kein Kraut gewachsen. 106 Kegel bedeuteten den ersten Satzverlust des Tages. Nun griff Aileen an und spielte stark auf der 2. Bahn. Sie führte bis zu Wurf 16, bis 2 breite 7en ihren Sturmlauf beendeten. Die Gegnerin kam auf mit einer entscheidenden 9 und konnte diese 2 Kegel dann ins Ziel retten. Aileen spielte wirklich stark und wurde mit viel Applaus für Ihr fehlerfreies Spiel auf hohem Niveau von der Bahn verabschiedet. 8h dauerte ihr Wettkampf und sie hatte alles gegeben und stark gespielt.

Zu guter Letzt gewann ihre Gegenspielerin alle folgenden Duelle in einem unglaublichen Finale nach 2. Sudden Victory und stärkten nochmal die Leistung unserer Brandenburger Starterin.
Glückwunsch zu dieser Leistung.

Dieser Wettkampf bringt so viel Spannung und alles mit, was unseren Kegelsport ausmachen kann. Es gibt nur entscheidende Würfe. Keine Atempause kann man sich gönnen oder Schwächephasen. Man hat am Ende vielleicht ab und zu das Gefühl der glücklichere gewinnt, aber die stärksten Kegler setzen sich auch in diesem Wettbewerb durch.

Es wäre super, wenn wir im SKVB eine eigene Meisterschaft für die Nominierung in 2018 auf die Beine stellen könnten. Im Landesverband wäre das eine super Gelegenheit sich zu diesem Zuschauer freundlichen Wettkampf einzufinden.

Als Tandem Mix Pärchen waren Moni und Alex vom SV Senftenberg nominiert. Beide hatten diesen Modus im Vorfeld oft im Training einstudiert. Ein paar taktische Feinheiten und Rhythmus war von Nöten, wenn man nur jede 2. Kugel spielt und man sehr, sehr viel Zeit hat für die Bahn.

Ob diese Übungseinheiten helfen sollten, würde sich am Sonntag zeigen.
Die Quali begann und beide begannen zerfahren. Die 2. Bahn als gute Gelegenheit für das zu findende Gefühl misslang vollends. 2 Fehlwurf Serien brachten zusammen 260 Kegel ein und am Platz 10. durch die besseren Abräumer zu Platz 11.
Diese zwei Holz könnten aber wichtig gewesen sein. Die KO Runde begann gegen das südbadener Duo aus Offenburg.
Quasi von Wurf 1 an, konnten Moni und Alex die Gegner im Schach halten.
60 Abräumer ließen keine Zweifel aufkommen. Es stand 1:0.
Die 2. Bahn im selben still. 90 plus X in die Vollen und Fehler freies Abräumen. 2:0 und souveräner Einzug unter die letzten 8 mit fantastischen 296 Kegeln.

Die Vorrunden Zweiten sollten nun warten. Diese verloren aber sichtlich beeindruckt gegen die 2 Kegler aus Dortmund vom WKV, die in der Vorrunde noch Probleme hatten.
Nun hatten sie überraschend das Viertelfinale erreicht. Die ersten Würfe brauchte es, aber sobald Wurf 15 an der Anzeige stand, setzten sich Moni und Alex mit sicherem Abräumerspiel ab. Die erste Bahn gewannen die beiden eindeutig.
Bahn 2 spielten sie ganz links außen auf Bahn 1. Diese hatte ihre Eigenheiten für die beiden Rechtsgassenspieler.
Erst spät kamen Sie in Fahrt und konnten die 137 ihrer Gegner nicht halten. 133 Kegel sollten ihren schlechtesten KO Wert am heutigen Tag bedeuten.
Da die Bahn verloren wurde spielte Alex seinen letzten Wurf in de nicht vorhandene Gasse, weil der Sudden Victory anstand.
Die Übung gelang. Er legte 7 Kegel vor.
Der Spieler aus Dortmund legte eine Gasse nach. Gleichstand.
Moni hatte die Gasse ebenfalls sicher und 7 Kegel setzten die Gegnerin unter Druck. Die Gasse war Pflicht. Anlauf, Abspiel, Zittern, Mitte, Jubel!
5 Holz hießen Halbfinale und die sichere Medaille für unsere Teilnehmer des SKVB.

Verschnaufen galt nicht. Für Jubel war keine Zeit. Das Duo aus Sachsen wartete im Spiel um den Einzug ins Finale. Diese setzten Ausrufezeichen gegen die Titelverteidiger aus dem Gastgeberverein Lorsch.

Das Spiel war auf allerhöchstem Niveau. Moni und Alex waren euphorisiert aus dem Sieg und konnten sich nach den Vollen in Führung setzen.
Das erste Bild saß und die Gegner mussten sich was einfallen lassen. Machten sie aber. Vicky Lachnit aus Bennewitz und Sebastian Hartmann aus Makranstädt machten Kegel um Kegel gut. Die Brandenburger brauchten 6 Kugeln für ein Bild und es wurde sehr eng. Wurf 25 brachte dann die Halle zum kochen. Moni räumte beide Außen mit einer Kugel. 6/3 hinterher und mit Wurf 29 hätte Alex noch die Bahn für die beiden sichern können. Doch die 9 wollte nicht fallen.
0:1 nach Sätzen.

Die 2. Bahn war dann ein Gassenfestival der beiden Duos. 99 und 91 Volle standen an der Tafel. Moni und Alex räumten sicher, könnten aber nur 1 Neuner gegen 2 der Sachsen einstreuen. Am Ende brauchten beide 8 Kegel aus den letzten beiden Würfen. 7er Anwurf von Moni konnte Alex sicher verwerten. 1:1 Sudden Victory.

Sebastian begann.
Traumhaft. Eine 9.
Das macht Druck.
Alex setzt eine Gasse dagegen. Leider zu hart und der wackelnde Rechtsaußen fällt nicht und es bleibt bei der 6.
Vicky kann somit schon alles entscheiden. Spielt aber frontal auf Kegel 1 und hat das Glück das von hinten der 4. Kegel fällt. Eine 7 zum Remis und eine 8 zum Sieg. Heißt Gasse ist Pflicht für Moni. Die Kugel rollt genau auf die Stelle zu, wo sie einschlagen muss fürs Finale. Dachdecker 6 bleibt stehen. Kegel 7 wackelt, taumelt, fällt aber nicht um. Es raunt im Publikum. Alles hätte passieren können, aber Moni und Alex schieden aus. Stark gespielt, aber letztendlich mit 13:12 verloren.
Vicky und Sebastian waren würdige Finalisten. Beide waren sportlich fair und es war einfach, Ihnen zum Finaleinzug zu gratulieren.

Im Finale war es ebenfalls sehr spannend und erst im 2. Sudden Victory konnten die Liedolsheimer Spieler den 2. Titel des Wochenendes mit nach Hause nehmen.

Die Siegerehrung zeigte 2 überglückliche Senftenberger Spieler, die ihr Glück kaum fassen konnten.

Ein genialer Kegeltag und die Deutsche Meisterschaft im Einzel und Tandem ging mit der Übergabe der Bronzemedaillen vorüber.

Alexander Schuppan