SKC Kleeblatt Berlin II vs. SG Zechin – Erste Punkte auch in der Ferne

Verbandsliga (Männer) - 3.Spieltag

Am dritten Spieltag der höchsten Classic-Kegelliga des Landes Brandenburg ging es für die SG Zechin zum einzigen Vertreter Berlins, dem SKC Kleeblatt Berlin II. Das Team der routinierten Kleeblätter, geplagt durch verletzungsbedingte Ausfälle und bisheriger Sieglosigkeit, begrüßten die Oderbrucher mit zurückhaltenden Worten, die zwar den Versuch der Gegenwehr vermitteln sollten, aber eher den fehlenden Glauben an einen Erfolg bedeuteten. Diese Art der Selbsteinschätzung war ehrlich und seitens der Zechiner überraschend aufgefasst, bestätigte sich aber im Spielverlauf. Auf der wohl zähsten Bahnanlage der Liga, auf der so mancher gestandener Spieler das Vertrauen in sich selbst verlieren kann, taten sich die Hausherren sehr schwer und verbuchten zwei ergebnistechnische Sackgassen. Die restlichen Duelle waren durchaus spannend mitanzusehen, selbst wenn sie nicht mit hohen Zahlen bestachen. Dennoch gelang der so wichtige 6:2-Auswärtssieg bei einem Stand von 3008:2949 Holz für die Greens!

Das Zechiner Team wurde mit Daniel Schneider (501) an diesem Tag komplettiert, welcher sich in den vergangenen Einsätzen auf der SKC-Anlage als wertvoller SG-Akteur bewies. So auch diesmal, in dem er konsequent die ersten drei Sätze gegen Torsten Schwarz (454) gewann und damit vorzeitig den ersten Zähler der Greens einheimste. Dabei gefiel vor allem seine Eröffnung mit 146 Holz. Währenddessen zog der etwas angeschlagene Andy Seidemann (490) mit Heiko Bartscheck (527) ein schweres Los. Gegen die mit Abstand besten Abräumer in dieser Partie (192) verbuchte Seidemann nicht einen Satzpunkt, da Bartscheck scheinbar jedes Bild problemlos räumte und dadurch immer wieder entwischte. Somit stand es mit 1:1-Mannschaftspunkten (MP) zunächst ausgeglichen, wobei die Gäste mit knappen 10 Holz führten.

Im Mitteldurchgang setzten sich die Oderbrucher ab, in dem sie beide Duelle siegreich gestalteten und zudem 85 Holz erbeuteten. Das Duo aus Karsten Trabs (520) und Karsten Glatzer (512) erfüllten ihre Aufgabe somit souverän und hielten Frank Lange (497) und Jörg Günther (450) auf Abstand. Speziell Trabs erzielte die höchste Bahn der Begegnung mit starken 154 Kegel, wobei ihm sehr gute 59 Abräumer gelangen. In den anderen Sätzen war es ein zähes Ringen mit seinem Kontrahenten Lange, das Trabs letztendlich mit besseren Vollenspiel gewann. Zeitgleich hatte Glatzer keine Schwierigkeiten sich gegen Günther durchzusetzen, da dieser immens mit sich selbst kämpfte und völlig verkrampft wirkte. Daher verzeichnete der Zechiner alle vier Satzpunkte auf seinem Konto und überzeugte mit einer größtenteils konstanten Spielweise.

Im Schlussdurchgang war es also wichtig, die günstige Ausgangslage zu verwalten. Jedoch war es nicht das Spiel von Marco Specht (472), der gegen Sven Lischke (510) viele Kegel einbüßte und sich mit 3,5:0,5 Satzpunkten klar geschlagen gab. Die Eigenheiten der Anlage, aber auch dessen Tagesform verhinderten ein besseres Resultat. Wesentlich spannender ging es zwischen Kapitän Robert Lehmpfuhl (513) und Heinz Uphoff (511) zu. Alle Bahnen wurden eng geführt und jeder guter Anschub versprach, sich wenigstens etwas Luft zu verschaffen. Während Lehmpfuhl knapp mit 1:0 in Führung ging, geriet er in der Folge mit 2:1 ins Hintertreffen. Im finalen Satz spitzte sich das Duell bis zum letzten Wurf zu. Zuvor musste der Zechiner nochmals ein Pärchen treffen, um überhaupt die Chance auf den Duellsieg zu bekommen. Nervenstark nahm er diese Hürde. Es verblieb der letzte Wurf auf das volle Bild, in dem er eine sechs zum Sieg benötigte. Auch hier blieb er nervenstark und schob sogar die sieben zum Sieg an und schnappte sich den übrigen MP.

Damit war der erste Auswärtserfolg der neuen Verbandsligasaison 2021/22 erreicht und die SG Zechin verbleibt weiterhin auf den dritten Tabellenplatz. Kommenden Samstag steht das erste Spitzenspiel auf der Agenda. Auf heimischer Anlage wird der derzeitige ungeschlagene Tabellenzweite, SV „Frieden“ Beyern, begrüßt, der als kniffliger und leistungsstarker Gegner einzuschätzen ist. Doch auch die Greens sind sich ihrer Stärke bewusst und blicken optimistisch auf nächsten Samstag.

Karsten Glatzer