ESV Lok Cottbus vs. SG Zechin – Punktejagd in der Ferne erneut erfolgreich, Trabs mit sagenhafter Performance

Verbandsliga (Männer) - 6.Spieltag

Süßes oder sonst gibt’s Saures. In Anlehnung an den wohlbekannten Spruch zu Halloween gab es für die SG Zechin zwei „süße“ Tabellenpunkte am Ende der Partie zum sechsten Spieltag der Verbandsliga 2021/22 gegen den ESV Lok Cottbus einzusammeln. Zusammenfassend fiel der Sieg mit 6:2-Mannschatfspunkten (MP) bei einem Stand von guten 3275:3090 Holz sehr deutlich aus, wobei man sich in den ersten beiden Durchgängen auf Augenhöhe begegnete und erst im letzten Durchgang, dank des superhuman Auftritts von Karsten Trabs, für klare Verhältnisse sorgte.

Den Auftakt für die Greens machten Marco Specht (503) und Andy Seidemann (545), die mit einigen Blessuren ihr Spiel aufnahmen. Trotz einiger Schmerzen in der Leiste versuchte Specht sein Möglichstes, um Ulrich Meißner (540) im Kampf um den Duellsieg herauszufordern. In der ersten Hälfte klappte dies auch ganz gut, da beide Akteure auf demselben Niveau agierten. So ging zunächst der Gastgeber in Führung, ehe Specht in der Folge wieder ausglich. Jedoch musste der Zechiner in der zweiten Hälfte ordentlich einstecken und sah sich immer mehr in Bedrängnis. Obwohl die dritte Bahn an Meißner ging, war das Duell immer noch offen. Somit wäre der Duellsieg möglich gewesen, aber der Lok-Spieler entfesselte im Entscheidungssatz mit 149 Holz (62 Abräumer) ungeahnte Kräfte und zog Specht endgültig den Zahn. Damit war der erste MP futsch, aber Seidemann war zur Stelle. Gegen Lukas Breuning (488) wusste der Zechiner, bis auf die Startbahn, zu überzeugen und war besonders in der Duellmitte mit 146 und 147 Holz Ton angebend. Dass dabei das Knie ordentlich schmerzte, war, zumindest auf dem Papier, nicht zu merken. Schlussendlich gewann der Zechiner klar und souverän mit 3:1 Satzpunkten.

Im Mitteldurchgang blieb die Begegnung weiterhin offen, da es keiner Mannschaft gelang, sich wirklich abzusetzen. In einer guten Tagesform präsentierte sich Cottbus Peter Albert (557), der eine konstante Leistung offenbarte. Gegen diese wollte sich Kapitän Robert Lehmpfuhl (524) behaupten. Allerdings ließ sein Räumerspiel zu wünschen übrig, so dass er speziell die Sätze zwei und drei nur knapp aus der Hand gab, um hier eventuell die Ruhe aus Alberts Vorstellung zu nehmen. Aufgrund dessen gewann der Lok-Spieler bereits frühzeitig das Duell mit 3:0-Sätzen und drehte zum Abschluss mit starken 158 Holz nochmal so richtig auf. Jedwedes Probieren war leider zwecklos, obwohl der Zechiner Kapitän beachtliche 145 Holz dagegen stemmte. Indes verzeichnete Karsten Glatzer (537) einen Kaltstart im Match gegen Maik Hoffmann (500), der den Hausherr zur 1:0 Führung verhalf. Aber dann fand der Zechiner seine Spur und glich konsequent aus. Der dritte Satz wiederum war erneut sehr zäh, hatte aber auch hier das glücklichere Ende für den Gastakteur parat. Besser spät als nie war Glatzer im letzten Satz wohl nun endlich im Duell angekommen und zog im Eiltempo davon. Die erzielten 145 Kegel sorgten für den 3:1-Endstand gegen Hoffmann und damit für den zweiten MP der Greens.

Für den Schlussdurchgang hatte damit jedes Team zwei Zähler auf dem Konto, wobei die Greens knapp mit 24 Holz führten. Jedes Szenario war also erdenklich. Jedoch ahnte niemand, dass das Zechiner Duo Karsten Trabs und Nico Grundmann (557) die Vorentscheidung bereits auf den ersten beiden Bahnen herbeiführten. Angefangen mit Grundmann, der die Marschroute mit 143 sowie 150 Kegel klar vorgab. Auch im dritten Satz bewies er eine hohe Genauigkeit im Abräumen und entschied das Duell gegen Matthias Jaschke (496) frühzeitig. Mit den anschließenden 100 Holz in den Vollen, lag das erste Spitzenresultat des Tages im Bereich des Möglichen. Leider verflog die gerade erwähnte Genauigkeit im Abräumen, so dass ein noch besseres Ergebnis ausblieb. Der Zechiner Neuzugang begründete dies wie folgt: „Wahrscheinlich lag der Fehler darin, dass ich mich zu sehr von den Würfen von Trabsi ablenken ließ. Ich wollte so gern mithalten, aber er spielte einfach fantastisch!“ Denn das, was Karsten Trabs für alle Anwesenden an diesen Nachmittag bereit hielt, war einfach nur Kegelsport zum Zurücklehnen und Genießen. Die erste Hälfte war mit 331 Holz einfach nur Weltklasse! Mit weiteren Worten: Satz 1 – 94 Volle, unglaubliche 72 Abräumer; Satz 2 – 102 Volle, 63 Abräumer. Im Folgenden flachte das Niveau mit 134 und 144 Holz etwas ab. Dennoch stand am Ende nicht nur eine Spitzenleistung von exzellenten 609 Kegel an der Anzeigetafel, sondern auch der ganze Zuschauerraum, der mit tosendem Beifall sowie Standing Ovations vollste Anerkennung zollte. Um die Performance komplett zu machen, unterlief Trabs nicht ein Fehlwurf. Angesichts dessen nahm die Kombination aus Olaf Zieschang / Andreas Schäfer (509) nur eine Statistenrolle ein.

Folglich schallte „Zechiner Jungs“ auch in den Hallen von Cottbus und zwei weitere „süße“ Tabellenpunkte wanderten auf das Konto der Oderbrucher, die weiterhin als engster Verfolger von BSV Grün-Weiß Friedrichshain gelten. Der Tabellenführer bewahrte auch vor heimischer Anlage gegen Berlin seine weiße Weste und grüßte damit fortwährend verlustpunktfrei von der Spitze. Nächste Woche sind die Greens wieder Zuhause aktiv und empfangen den SSV Grün-Weiß Plessa.

Karsten Glatzer