SG Zechin vs. ESV Lok Elsterwerda - Heldenhafter Fight bis zur letzten Kugel

Verbandsliga (Männer) - 6.Spieltag

„Wir mussten uns dieses Unentschieden hart erkämpfen!“, so die Worte des Gästekapitäns, Benjamin Leese, der sein bisher ungeschlagenes Team, den ESV Lok Elsterwerda, mehr denn je in dieser VBL-Saison taumeln und am Rande einer Niederlage sah. Die SG Zechin stellte sich als würdiger Gegner heraus und brachte den Bundesligaabsteiger arg in Bedrängnis. Dennoch können sich die Oderbrucher nicht als „Bezwinger des Tabellenführers“ betiteln, dafür aber einen mannhaften Tabellenpunkt ergattern. Schlussendlich endete die Partie mit einem 4:4-Unentschieden bei einem Stand von 3411:3345 Holz aus Sicht der Gäste.

Beginnend mit dem ersten Durchgang erlitt die derzeitige Tabellenspitze in persona von Uwe Scheibe / Klaus Ziesche (530) und Hannes Meske (545) herbe Rückschläge, denn die Zechiner Robert Lehmpfuhl (564) und Karsten Glatzer (569) waren bestens gerüstet und bereiteten den Hausherren einen Auftakt nach Maß. Dabei setzte Loks Meske mit einer Startbahn von 160 Kegel das erste Highlight, aber Zechins Kapitän, Lehmpfuhl, hielt mit starken 152 Holz dagegen. Wie aus dem Nichts zerbrach Meske auf den folgenden Bahnen und geriet immer mehr ins Hintertreffen, sodass Lehmpfuhl die übrigen Sätze allesamt für sich gewann und zudem deutlich im Ergebnis überholte! Der erste MP war damit gesichert. Ein stark verbesserter Glatzer präsentierte erstmals in dieser Serie eine ansprechende Leistung und agierte in allen Sätzen, vor allem im Abräumen (199), auf einem konstant gutem Niveau. So gut, dass der ESV sich gezwungen sah, Scheibe nach der Hälfte durch Ziesche abzulösen. Dieser bewies zwar ein stabileres Händchen als dessen Vorgänger, verzeichnete aber auch keinen SP gegen den Zechiner, sodass Glatzer klar mit 4:0-Punkten gewann und somit Zähler Nummer Zwei heraussprang. Ein grandioser Auftakt mit zwei Mannschaftspunkten und einer Führung von 58 Kegel!

Tatsächlich entdeckte man das erste Stirnrunzeln bei den Gästen, welches auch nach der Darbietung von Steffen Paulus (Ersatz SG Zechin II, 578) nicht nachließ. Die ersten drei Sätze von 151, 147 und 151 Holz waren perfekt herausgespielt und beförderten Florian Röber (563) trotz guter Leistung aufs Abstellgleis, da der dritte MP bereits frühzeitig auf das Zechiner Konto landete. Leider missglückte der vierte Satz etwas und Paulus Chance auf einen 600er war dahin. Nichtsdestotrotz brachte er das spätere Spitzenergebnis der Oderbrucher an diesem Tag hervor! Wie es mit der 600 funktionierte, zeigte Loks Sven Seiffert (608), der eine bockstarke erste Hälfte von 327 Kegel (170, 157) offenbarte. Unerwartet seine Durchhänger in den Vollen nach dem Seitenwechsel, die er aber mit souveränen Abräumern nahezu ausglich. Dagegen war das Duo aus Marco Specht / Daniel Schneider (523) nicht gewachsen. Weiterhin verloren die Greens ihren Vorsprung in der Gesamtholz, sodass die Partie gehörig an Spannung dazu gewann.

Im Finaldurchgang präsentierten die Gäste mit Benjamin Wustrack (581) und Benjamin Leese (584) einen kompakten Auftritt mit großen Zahlen. Elsterwerdas Neuzugang, Wustrack, der mit einem kraftvollen Schwung die Kugeln nach hinten schleuderte und intensiv vom Zurückprallen der Kegel profitierte, hatte Zechins Nico Grundmann (535), der diesmal leider im Räumerspiel nicht zurechtkam, voll im Griff. Schlussendlich ging dieser Duellpunkt klar an den Tabellenführer, der nunmehr große Chancen auf einen Sieg hatte. Für einen dramatischen Showdown sorgten Karsten Trabs (576) und Leese, die sich beide auf Augenhöhe mit guten Wurfserien begegneten. Enorm wichtig waren die ersten Satzgewinne des Zechiners, die er mit 147:146 und 138:136 Holz nicht hätte knapper gestalten können. Aber dann schlug Leeses Stunde und konterte mit 163 Kegel im dritten Satz. Nun lag alles an der vierten Bahn, die Trabs für ein Remis gewinnen musste. Tja, was soll man sagen als: Er tat es und wie! Angetrieben durch die lautstarken Zurufe des Zechiner Publikums, gab Trabs alles und warf das Spielgerät zielsicher in die Gassen. So sicher, dass er Leese, der nur die Mitte zielsicher traf, in großen Schritten abhing. Im Abräumen bewiesen beide Akteure ihr Potenzial, sodass sich Trabs eindrucksvoll mit 154:139 Holz entscheidend durchsetzte und das Remis besiegelte!

Dieser Big-Point fühlte sich wie ein Sieg an, selbst wenn man deutlich in der Gesamtholz unterlag. Dafür gewann die SG Zechin vier von sechs Duellen, was für sich spricht! Es wurde viel abverlangt und der Ligaprimus musste sich enorm strecken. Ein toller Nachmittag für den Kegelsport, der eine spannungsvolle Partie zu bieten hatte. Nun geht es erst am 05.11.2022 gegen den SV Senftenberg weiter und man kann das in den letzten Wochen Erreichte etwas Sacken lassen. Anders als von den Seestädtern bereits kommuniziert, gilt der Fokus voll und ganz dem nächsten Ligaspiel und was danach kommt, ist auch erst im Anschluss interessant. Wir freuen uns auf ein packendes Duell im Landkreis OSL!

Karsten Glatzer