SG Zechin vs. SV „Frieden“ Beyern – Glückliches Remis

Verbandsliga (Männer) - 8.Spieltag

Also das vermutete Top-Spiel wurde es nicht, aber an Spannung fehlte es hingegen auch nicht. So in etwa lässt sich die gestrige Begegnung zwischen der SG Zechin und dem SV „Frieden“ Beyern resümieren. In einem dramatischen Finale retteten sich die Greens in ein glückliches Unentschieden, obwohl die ersten Durchgänge ein durchaus positiveres Bild abzeichneten. Das 4:4 nach MP endete mit einem Stand von 3313:3287 Holz zugunsten der Gäste, was den desolaten Heimauftritt der Oderbrucher klar hervorhob. Fernab jeglichen Eigenanspruches lieferte man in der Breite überhaupt nicht ab, weshalb die Beyern zur richtigen Zeit gastierten und das Pünktchen mit auf die Heimreise nahmen.

Bereits der erste Abschnitt offenbarte keine Traumergebnisse, aber dafür die nötigen Duellzähler für die Gastgeber. Man verpasste hier nur ein besseres Plus in den Gesamtholz zu erspielen. So gingen Michael Spiegler (Ersatz SG Zechin II, 543) und Steffen Paulus (Ersatz SG Zechin II, 518) etwas holprig ans Werk. Dennoch starteten Beyerns Stefan Blüher (526) und Christian Block (507) ähnlich schwer in den Wettkampf, was den Hausherren entgegen kam. Als sich Spiegler zudem steigerte und Bahnen von 142, 149 anbot, war der erste Zähler schon gewonnen. Nur Ungenauigkeiten im letzten Satz verhinderten ein besseres Resultat. Währenddessen geriet Paulus mit 0,5:1,5-SP nach zwei gespielten Bahnen in den Rückstand, war aber noch in Schlagdistanz, um das Runder herumzureißen. Sichtlich besser verlief die zweite Hälfte, in der er Block die nötigen Sätze sowie Holz abnahm und nervenstark das Match mit 2,5:1,5-SP schlussendlich entschied.

Mit zwei MP und einem Vorteil von 28 Kegel ging es in die Mittelachse, in der Beyern mit Dennis Winzer (542) und Michael Müller (560) die Partie an sich reißen wollte. Verhindern sollten dies Karsten Glatzer (570) und Robert Lehmpfuhl (541), wobei auch dieser Abschnitt mitunter schmale Wurfserien hervorbrachte. Im Zweikampf „Klein gegen Groß“ hatte Winzer zunächst die besseren Würfe parat und überzeugte vor allem im Abräumen. Im zweiten Satz ereignete sich ein Einbruch, den Glatzer zwar zum SP-Ausgleich nutzte, ohne dabei wesentlich zu glänzen. Der Glanz kam nachdem Seitenwechsel, denn der „Lulatsch“ wusste erneut die Bahn Vier mit tollen Wurfserien zu bespielen. Nach grandiosen 105 Vollen folgten 62 Abräumer, sodass hervorragende 167 Holz aufleuchteten und Winzers gute 148 Kegel erblassten. Auch im letzten Satz blieb der Lauf präsent und die erreichten 149 Holz sorgten für einen 3:1-Erfolg über Beyerns Kapitän mit dem ersten Spitzenwert. Parallel erwischte Lehmpfuhl mit 147 Kegel einen guten Start gegen Müller, ehe er völlig den Faden auf der zweiten Bahn verlor. Dies zog sich in den Vollen im nächsten Satz durch, aber dann zeigte der Zechiner Kapitän mit 71 Abräumer, wozu er im Stande ist. Hier wären ihn sogar fast mehr Abräumer als Volle gelungen. Die Chance, auch einen MP gegen Müller zu erzwingen, war da. Jedoch wusste er sich mit 150 Holz (60 Abräumer) zu verteidigen, was dazu führte, dass der Zechiner den benötigten dritten SP nicht mehr einfuhr.

Mit 3:1-MP und einer Führung von 37 Holz nahm der Schlussabschnitt die Partie auf. Hier trafen Karsten Trabs (558) und Rico Wiesner (622) aufeinander, also die nominell besten Akteure beider Teams. Wie zu erwarten, brillierte Beyerns „Jackpot“ mit einer schon beängstigenden Genauigkeit im Spiel in die Gassen. Egal, welches Bild sich ihm im Abräumen entgegenstellte, er bezwang es locker, meistens mit dem ersten Wurf. Es gab kaum Kugeln, die nicht den Weg ins Ziel fanden. Ähnliches vermag auch Trabs, was er in den Wochen zuvor schon unter Beweis stellte. Doch diesmal misslangen ihm zwei Bahnen aber so richtig. Angesichts der existenten Übermacht auf der Nebenbahn waren dies die Gründe, weshalb Zechins „Zugpferd“ lahmte und nicht mithielt. Schon die 158:125 auf der ersten Bahn tendierten zu einem spannenden Ausgang der Partie, wenngleich „KT“ zum Gegenschlag mit 155:144 ausholte und die gefürchtete Form kurzerhand aufblitzte. Es folgte ein erneuter und in der Höhe mit 152:115 erschreckender Rückschlag, was zugleich die Vorentscheidung darstellte. Im Schlusssatz agierten beide Kegler auf einem sagenhaften Level, wobei Wiesner mit 168:163 triumphierend hervorging. Nach 106 Vollen kamen 62 Abräumer hinzu, aber auch Trabs wusste mit 100 Vollen und 63 Abräumern zu überzeugen. Abschließend stoppte der Totalisator bei ausgezeichneten 622 Kegel, die Beyerns Top-Spieler mit null Fehlwürfen erzielte. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Nun lag alles an Marco Specht (557), dessen Match gegen Lucas Reiche (556) über Remis oder Niederlage bestimmte. Auf den ersten drei Bahnen zeigte der Oderbrucher eine konstant gute Performance mit 141, 146 und 142 Holz, was beinahe schon den MP sicherstellte. Beyerns „Geheimwaffe“ benötigte noch die erste Bahn zur Eingewöhnung, agierte dann aber auf Augenhöhe. Während er den zweiten Satz nur mit einem Holz weniger vergab, drehte er den Spieß nachfolgend um und siegte dramatisch mit einem Holz mehr. Der letzte Satz nahm also richtig an Fahrt auf, in dem Specht nicht mehr so geschmeidig in die Gassen fand. Das Momentum schlug nun stark in Richtung der Gäste um, aber der Zechiner bewies die besseren Würfe in den Räumern. Nach langem Hin und Her stand Spechts letztes Bild auf der Platte, das er komplett räumen musste, um das Unentschieden zu erwirken. Beherzt ließ er das Spielgerät über das Geläuf trudeln und es schlug genau in die Gasse ein, um die übrigen drei Kegel in die Luft zu befördern! Damit gelang der eine Holz mehr im Gesamtergebnis, der bei einer 2:2-Satzgleichheit für den wichtigen MP sorgte.

Zusammenfassend war es ein hart erkämpfter Punktgewinn, der sich zuerst nicht so abzeichnete. Dennoch rücken die Greens in der Tabelle einen Platz vor, nämlich auf den sechsten Rang. Nächste Woche geht es auf den „Acker“ von Kleeblatt Berlin II, um hier zwei wichtige Auswärtspunkte zu erkämpfen. Theoretisch wäre die Hinrunde vorüber, aber die Oderbrucher fehlt noch eine Partie gegen den KV Lauchhammer, die im Dezember zwischen den ersten Rückrunden-Begegnungen nachgeholt wird. Es gibt also noch Vieles zu erbeuten! Bis dahin, viel Spaß beim Schneemann bauen.

Karsten Glatzer